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Geothermie

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Die Erdwärme oder Geothermie gehört weltweit zu den ertragreichsten erneuerbaren Energiequellen. Der Begriff Geothermie bezeichnet die unterhalb der festen Oberfläche der Erde gespeicherte Wärmeenergie. Aus diesem Grund wird sie auch Erdwärme genannt. Man unterscheidet zwischen oberflächennaher Geothermie, die nahezu ausschließlich zum Heizen und Kühlen von Gebäuden verwendet wird, und tiefer Geothermie mit einer höheren Temperatur, die zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt werden kann. Je tiefer man in das Innere der Erde vordringt, desto wärmer wird es. In Mitteleuropa steigt die Temperatur um etwa 3°C pro 100 Metern Tiefe. Gegenwärtig ist man der Meinung, dass die Temperaturen im Kern der Erde etwa 5000 - 6000°C  erreichen.

Diese gespeicherte Wärme ist für menschliche Verhältnisse unerschöpflich. Die Energie, die von der Erde täglich ausgestrahlt wird, entspricht viermal so viel wie der eigentliche gegenwärtige Energieverbrauch des Menschen. Geothermie ist umwelt- und klimaschonend. Durch die Erzeugung von Energie aus Geothermie werden CO2 Emissionen zu 100 Prozent vermieden. Außerdem braucht sie im Gegensatz zu fossilen und nuklearen Energieträgern nicht transportiert zu werden. Weitere Umweltbelastungen durch Abbau oder Lagerung von Brennstoffen werden vermieden. (Quelle: Geothermische Vereinigung - Bundesverband Geothermie e.V.)

Die gegenwärtigen hoch entwickelten Technologien ermöglichen eine ökonomische und ökologische Nutzung von Geothermie überall, weil sie unabhängig von Klimafaktoren oder Jahreszeiten immer verfügbar ist. Geothermie gehört aus diesem Grunde zu den am meisten eingesetzten erneuerbaren Energieträgern und den ertragreichsten erneuerbaren Energiequellen weltweit. Im Jahr 2005 waren zur direkten Nutzung von Geothermie weltweit Anlagen mit einer Leistung von rund 28 Gigawatt installiert, die mehr als 70.000 Gigawattstunden thermische Energie bereitgestellt haben. Dazu kommen rund acht Gigawatt installierte Leistung zur Stromerzeugung. Die wichtigsten Länder sind China, Schweden, die USA, Island, die Türkei, Ungarn, Italien, Neuseeland und die Philippinen. (Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie)

 

Geothermie in Deutschland

Nach Angaben des Bundesverbands Erneuerbare Energie gibt es derzeit bundesweit 24 größere Anlagen mit einer installierten Leistung zwischen 100 kW und 20 MW in Betrieb, die als Energiequelle Thermalwasser verwenden. Es geht überwiegend um geothermische Heizzentralen bzw. Thermalbäder kombiniert mit Gebäudeheizung. Eine wichtiges Element bei der oberflächennahen Erzeugung von Wärme durch Geothermie sind Wärmepumpen. Davon werden jährlich ca. 10.000 installiert. Der Absatz von Wärmepumpen ist im Jahr 2006 auf rund 28.000 Anlagen, etwa 60 Prozent mehr als 2005 gestiegen. In den privaten Haushalten sind insgesamt etwa 115.000 Wärmepumpen installiert. Im Jahr 2006 sind insgesamt zwei Milliarden Kilowattstunden Wärmeenergie durch Geothermie zur Verfügung gestellt worden. Derzeit liegt die Bereitstellung von Wärmeenergie durch Geothermie bei etwa 2000 Gigawattstunden.  

Die größten Anlagen sind in Neubrandenburg, in Mecklenburg-Vorpommern und in Bayern. Die Branche der Geothermie erwartet ein jährliches Wachstum von etwa 14 Prozent. Im März 2005 rechnete die Branche mit einem Umsatz von etwa 170 Millionen Euro und mit 110 Millionen Euro Investitionen. Diese Zahlen sind durch den Absatz weiterer Wärmepumpen, die Entstehung weiter Anlagen und neue Investitionen in Projekte der Geothermie mittlerweile vermutlich gestiegen. Laut des Bundesministeriums für Umwelt sind derzeit etwa 150 Projekte über Geothermie mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von etwa vier Milliarden Euro geplant. (Quelle: Bundesverband Erneuerbare Energie e.V.)

 

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