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Berufswelt Solarenergie

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Die Solarbranche ist relativ jung und bietet Absolventen zum gegenwärtigen Zeitpunkt chancenreiche Einstiegs- und Wirkungsmöglichkeiten. Die Branche braucht exzellente und durchsetzungsstarke Nachwuchskräfte mit kreativen und innovativen Ideen. Im Bereich Solarenergie sind gut ausgebildete Nachwuchskräfte gefragt, die ein besonders ausgeprägtes Interesse für die Branche und die Entwicklung hochmoderner Technologien zeigen. Arbeitgeber der Solarindustrie bevorzugen Bewerber, die im technischen Denken und im interdisziplinären Arbeiten besonders versiert sind und über einen internationalen Background verfügen.

Ein wichtiges Einstellungskriterium für Personalverantwortliche, welches in einem eventuellen Bewerbungsgespräch getestet wird, ist die Fähigkeit der Bewerber, komplexe Technologien auch für Laien verständlich werden zu lassen. Personalverantwortliche wollen damit herausfinden, wie Bewerber ihre Ideen außerhalb eines Expertenkreises kommunizieren. Vorteile haben im Allgemeinen Absolventen, die bereits während des Studiums Berufserfahrungen durch Praktika im Bereich der Solartechnik sammeln konnten, doch dies ist keine unabdingbare Voraussetzung für einen Berufseinstieg in der Branche. Besonders begehrt sind Ingenieurabsolventen des Maschinenbaus, der Elektrotechnik, Automatisierungstechnik, Werksstofftechnik, Mechatronik und Umwelttechnik, die im Technologiebereich, in der Produktion oder in der Qualitätssicherung eingesetzt werden.

Technologische Entwicklung und Innovation der Solarbranche hängen sehr stark von dem zur Verfügung stehenden technischen Human Kapital ab. Daher legen Unternehmen der Solarindustrie viel Wert darauf, das Wissen der Mitarbeiter durch entsprechende Weiter- und Fortbildungsmaßnahmen kontinuierlich zu aktualisieren und zu erweitern. Die Branche entwickelt sich sehr schnell und technologische Veränderungen erfolgen sehr rasant. Dies impliziert, dass auch in den Mitarbeitern die Bereitschaft sich selber ständig weiterzuentwickeln vorhanden sein sollte.

 

Beschäftigung

Nach Angaben des Bundesverbandes Solarwirtschaft sind rund 54.000 Personen in ca. 10.000 überwiegend kleinen und mittelständischen Unternehmen der Solarwirtschaft beschäftigt. Davon sind etwa 35.000 im Bereich Photovoltaik und 19.000 im Bereich Solarthermie tätig. Im Photovoltaiksektor sind 30 Prozent der Mitarbeiter in der Produktion, 10 Prozent im Großhandel und 60 Prozent im Handwerk tätig. Etwa 33 Prozent der Gesamtbeschäftigten sind Frauen.

Nach einer Unternehmensbefragung des Wissenschaftsladens im Jahr 2007 erwarten Solarunternehmen bis zum Jahr 2010 einen Beschäftigungszuwachs von knapp 49 Prozent. Damit liegen die die Erwartungen der Solarbranche deutlich höher als bei den übrigen Branchen der erneuerbaren Energien. Insbesondere in den Segmenten Vertrieb, Handel und Logistik rechnet man mit einer starken Beschäftigungszunahme. Es folgen dann Forschung und Entwicklung sowie Planung, Finanzierung und Entwicklung. Die Solarbranche rechnet auch mit Personalengpässe vor allem in dem Segment Forschung und Entwicklung.

 

Die Akademiker in der Branche

Der Anteil der Akademiker an der Gesamtzahl der Beschäftigten in der Solarbranche liegt bei 12 Prozent. Dieser Wert ist überraschend unterdurchschnittlich. Die meisten Unternehmen prognostizieren hierbei für die Zukunft Stellenzuwächse. Unter den Akademikern ist vor allem die Berufsgruppe der Ingenieure mit fast 90 Prozent massiv vertreten. Über 70 Prozent der Solarunternehmen beschäftigen Akademiker mit einer betriebswirtschaftlichen Hochschulausbildung und in mehr als 40 Prozent der Solarunternehmen sind Naturwissenschaftler tätig. Das breite Spektrum an vertretenen Berufsbildern im akademischen Bereich, aber auch im handwerklich-gewerblichen Sektor, ist ein Zeichen für den Mangel an branchenspezifischen Berufsbildern.

Die meisten Personalentwickler der Solarunternehmen behaupten, dass der Aufwand für Einarbeitung für das akademische Personal zu hoch ist. Doch dieser Aufwand ist hinsichtlich des Aufbaus von genügend hochqualifiziertem Personal notwendig. Die gesamte Solarwirtschaft hat einen starken Nachschulungsbedarf. Auch die speziellen Studiengänge im Bereich erneuerbare Energien lassen sowohl quantitativ als qualitativ zu wünschen übrig.

 

Fast die Hälfte der Solarunternehmen, ca. 46 Prozent, beklagt bei Hochschulabsolventen einen Mangel an branchenspezifischen Kompetenzen. Unternehmen vermissen insbesondere fundierte solartechnische Kenntnisse, aber auch spezielles Know-how in  speziellen Bereichen wie z.B. Anfertigungschemie, Scheibenfertigung oder Dünnschichttechnologie. Über die Hälfte der Solarunternehmen sind sich einig, dass die Vermittlung von branchenspezifischen Kenntnisse und Fähigkeiten durch die Einrichtung von auf erneuerbare Energien ausgerichtete Studiengänge gelingt. Und 42 Prozent der Unternehmen behaupten, dass entsprechende Inhalte in bereits existierenden Studiengängen aufgenommen werden müssen. Des Weiteren können bessere Weiterbildungsmöglichkeiten und die Teilnahme an Weiterbildungsmöglichkeiten ebenso zur Vermittlung vom branchenspezifischen Know-how beitragen. (Quelle: Unternehmensbefragung Wissenschaftsladen 2007)

 

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